Schülerschaft
Hier kommt noch mehr Inhalt.
Ehemalige
Hier einige Zitate ehemaliger Schülerinnen und Schüler der Herschelschule.
Sára Gombai
Ich kam 2014 an die Herschelschule, nachdem meine Eltern und ich aus Ungarn
nach Deutschland gezogen sind. Ich sollte in die 5. Klasse gehen, hatte
aber keine Deutschkenntnisse, dafür aber großes Interesse an Musik, da ich
von klein auf Gitarre spielte und sang. Wir suchten nach einem Gymnasium
mit einer Sprachlernklasse und einem Musikzweig und stießen auf die
Herschelschule. Ich wurde in der Sprachlernklasse sehr warm empfangen und
dann im Verlauf meines ersten Jahres wurde ich auch sehr herzlich in meine
Regelkasse 5M aufgenommen.
Meine Klasse hatte einen ganz besonderen Zusammenhalt, da wir nicht nur
eine Klassengemeinschaft, sondern auch ein Blasorchester bildeten. Jedes
Kind entschied sich für ein Instrument in der Klasse und wir musizierten
Woche für Woche zusammen – wir sind sogar auf Orchesterfahrten gefahren.
Die Musik war eine große Stütze für mich, meine damaligen Sprachbarrieren
zu überwinden.
Meine Lehrkräfte unterstützten mich besonders und motivierten mich, immer
weiterzumachen und nie aufzugeben. So wurde ich für ein Stipendium
empfohlen, das ich auch bekam, ich nahm an der Musikmentorenausbildung teil
und durfte viele Fahrten und Konzerte mit Schulorchestern erleben.
Das Engagement meiner (Musik-) Lehrkräfte brachte mich dazu, selbst Lehramt
zu studieren. Zur Zeit mache ich meinen Bachelor an der Leibniz Universität
Hannover und an der HMTMH. Ich entschied mich für die Fächer Musik und
Englisch und möchte in der Zukunft viele Kinder auf ihren Wegen begleiten –
genauso wie mich meine Schule begleitete.
Dr. Wjahat Waraich
Fürs Leben gelernt – Ein Gespräch mit Dr. Wjahat Waraich, Arzt, humanitärer Helfer, Bezirksbürgermeister und ehemaliger Herschelschüler
Was hat Sie in Ihrer Zeit an der Herschelschule besonders geprägt?
Die Herschelschule hat mich als Mensch geformt – und das verdanke ich vor allem meinen Lehrerinnen und Lehrern. Sie waren mitunter streng, aber vor allem: Sie haben mir etwas zugetraut. Dieses Vertrauen hat mich angespornt. Ich habe dort nicht nur Wissen erworben, sondern gelernt, wie man lernt, wie man sich behauptet, wie man wächst. Dafür bin ich bis heute dankbar.
Was macht dieses Fundament so besonders – gerade in Ihrem Fall?
Es war nicht selbstverständlich. Ich bin in Vahrenheide und Sahlkamp aufgewachsen – Stadtteile, aus denen ein solcher Bildungsweg nicht für jeden möglich ist. Dass ich von dort aus Medizin studiert, mein Studium mit Bestnoten abgeschlossen und an einem der führenden deutschen Krebszentren promoviert habe, hat an der Herschelschule seinen Anfang genommen.
Sie haben einen beeindruckenden Weg gemacht. Was würden Sie jungen Menschen mitgeben, die ähnliche Träume haben?
Die feste Überzeugung, dass Leistung und Anstrengung sich lohnen. Nicht jeder kommt mit einem Millionenerbe zur Welt – aber wer gewillt ist, seine Lebensverhältnisse aus eigener Kraft zu verbessern, der hat ein Werkzeug, das niemand wegnehmen kann: Bildung. Sie ist das wichtigste Vehikel für sozialen Aufstieg.
Wie nehmen Sie die Herschelschule heute wahr?
Mit Stolz und Zuversicht. Der Musikzweig ist nach wie vor eine echte Stärke, und es freut mich sehr, dass der laufende Erweiterungsbau – ein Thema übrigens schon zu meiner Schulzeit – die Schule nun wirklich für die Zukunft rüstet.
Was verbinden Sie heute als Arzt, als Politiker und als Mensch mit Ihrer alten Schule?
Alles, was ich heute bin, hat dort Wurzeln geschlagen. Als Facharzt, als Bezirksbürgermeister genau des Stadtbezirks, in dem ich aufgewachsen bin – und in dem die Herschelschule liegt –, und als jemand, der sich regelmäßig auf humanitären Einsätzen in Krisengebieten engagiert: All das trägt die Handschrift einer Schule, die mir beigebracht hat, Verantwortung zu übernehmen. Bildung ist der stärkste Motor für sozialen Aufstieg. Das habe ich selbst erlebt – und das ist die Botschaft, die ich gern weitergebe.
Leon Grigorian
Nach acht Jahren an der Herschelschule endet für mich eine ganz besondere Zeit.
Mit neun Jahren – noch als Kind – habe ich die Herschelschule das erste Mal betreten, nun heißt es für mich als 18-jähriger, beinahe Erwachsener, Abschied zu nehmen.
Gerade deshalb war diese Zeit so prägend: Hier bin ich aufgewachsen. Hier bin ich gewachsen. Hier bin ich erwachsen geworden.
Wie wohl fast jeder Abiturient stelle auch ich mir am Ende meiner Schullaufbahn rückblickend die Frage, wie ich meine Schulzeit bewerten sollte, ohne sie dabei zu verklären. Woran erkenne ich, dass meine Schul-zeit gut war?
Ich glaube, dass eine Schulzeit dann gut war, wenn sich Schule nicht nur als ein Ort des Lernens, sondern auch als ein Ort der persönlichen Entwicklung, der Förderung individueller Stärken und des gemeinschaftli-chen Miteinanders erwiesen hat.
Zweifelsfrei kann ich für mich sagen, dass die Herschelschule mir genau das geboten hat: Sie bot mir die Möglichkeit, mich nicht nur als Individuum in einer leistungsorientierten Gesellschaft zu sehen, sondern als Menschen mit persönlichen Stärken und Schwächen. Sie bot mir die Möglichkeit, mein Potenzial zu erken-nen und zu entfalten. Sie bot mir die Möglichkeit, meine Interessen sinnvoll zum Wohle der Schulgemein-schaft einzubringen.
Und so kam es, dass ich als politikbegeisterter Mensch zunächst Klassensprecher wurde, anschließend Schü-lersprecher, später Mitglied im Stadt- und Regionsschülerrat, stellvertretender Stadtschülersprecher und zuletzt sogar im Schul- und Bildungsausschuss der Ratsversammlung mitwirken durfte – und nun bei der anstehenden Kommunalwahl kandidiere.
So kam es, dass ich mit meiner Begeisterung für das Schreiben die Möglichkeit erhielt, meinen Beitrag zur Schülerzeitung zu leisten, meinem Interesse am Journalismus nachzugehen – und nun nach meiner Schulzeit ein Praktikum beim NDR absolviere.
So kam es, dass ich mit meiner Leidenschaft für das Schauspiel in etlichen Schulaufführungen die unter-schiedlichsten, emotional teils sehr anspruchsvollen Rollen übernehmen durfte – und heute als Kleindarstel-ler in Film und Fernsehen mitwirken darf.
So kam es, dass ich mit meinem Interesse an der Juristerei zunächst ein Praktikum bei der Staatsanwalt-schaft absolvieren konnte und später im Rahmen meiner Facharbeit die Möglichkeit erhielt, diesem Interes-se weiter nachzugehen – und nun Jura studieren werde.
So kommt es nun, dass ich die Herschelschule als jemand verlasse, der auf unterschiedlichste Weise inspi-riert wurde, inspirierende Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte kennenlernen durfte, als Mensch gesehen und gefördert wurde und mit großer Dankbarkeit auf eine Zeit zurückblickt, die ihn nachhaltig geprägt hat.
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