Ganztagsschule

Die Herschelschule ist ein gymnasiale Ganztagsschule. Das ganztagsspezifische Angebot soll dazu dienen,

  1. den Schülerinnen und Schülern durch ergänzende, ausgleichende und anregende Lern- und Erziehungsangebote Hilfen zu geben,
  2. Schule im herkömmlichen Sinn um zusätzliche Betätigungsfelder zu erweitern, z.B. durch Arbeitsgemeinschaften, Verfügungs- und Sozialstunden und Freizeitangebote eine intensive Zusammenarbeit zwischen LehrerInnen, SchülerInnen, Eltern und SozialpädagogInnen zu fördern,
  3. einseitige Rollenorientierungen, die die Schülerinnen und Schüler durch außerschulische Prägung erfahren, in Frage zu stellen und den Umgang damit zu flexibilisieren,
  4. die Schülerinnen und Schüler im Sinne von guten Beziehungen, Toleranz untereinander und Respekt vor den anderen zu erziehen,
  5. im Unterricht verstärkt neue Lern- und Arbeitsformen (z. B. Projektunterricht, fächerverbindendes und handlungsorientiertes Lernen, offenen Unterricht) zu praktizieren.

Der pädagogische Erfolg einer Schule hängt zum großen Teil davon ab, inwieweit diese Schule ein zusammenhängendes Ganzes darstellt, inwieweit im Hinblick auf bestimmte Ziele und Methoden ein Konsens besteht, und inwieweit Kooperation von Schülern, Lehrern und Sozialpädagogen geplant und umgesetzt werden kann. Das Kollegium der Herschelschule verspricht sich von einer solchen Gestaltung der Schule nicht nur eine verantwortungsbewusste Betreuung der Schülerinnen und Schüler in einer sich verändernden Gesellschaft, sondern auch eine Veränderung des pädagogischen Klimas durch eine zielorientierte Kooperation aller Beteiligten.

Das Ganztagsgymnasium gibt den Lehrerinnen und Lehrern in besonderem Maße die Chance, erziehend zu wirken und den Schülerinnen und Schülern ein Vorbild zu sein. Dort, wo Lehrer und Schüler, Sozialpädagogen und Eltern sich gemeinsam um die Gestaltung und Entwicklung der Schule bemühen, wo Lehrer verstärkt den Schülern zu persönlichen Gesprächen zur Verfügung stehen (bspw. in den an der Herschelschule eingeführten Sprechstunden der Lehrer), wird auch erfahren, dass Schule Lebensqualität bietet und ein Ort zum Wohlfühlen sein kann. Wenn man Schülern vermittelt, dass man ihnen vertraut, dass sich die Schule auch auf ihr Verantwortungsbewusstsein stützt, werden auch sie bemüht sein, diese Erwartungen zu erfüllen.

Die Lehrkräfte verbringen mehr Zeit in der Schule und können so ihre zusätzlichen und sich ständig wandelnden Erziehungsaufgaben besser wahrnehmen. Das regelmäßige Gespräch über einen pädagogischen Konsens, dessen Ziel die stärkere Identifikation aller mit ihrer Schule ist, kann bewusst gepflegt werden.

Strukturelle Vorstellungen zur Verwirklichung der Zielsetzungen

Der Unterricht im Ganztagsgymnasium wird eingeteilt i

  1. den Pflichtunterricht, wie er in den Richtlinien des Landes Niedersachsen für das Gymnasium vorgesehen ist, und in
  2. die ganztagsspezifischen Angebote wie Verfügungsstunde, Sozialstunde, Förderangebote, Lernzeit, Arbeitsgemeinschaften und Projekte.

Der Pflichtunterricht unterscheidet sich im Umfang und in den Inhalten nicht vom Pflichtunterricht anderer Gymnasien des Landes Niedersachsen. Schule ist aber nicht nur Unterricht im herkömmlichen Sinn. Gerade sogenannte außerunterrichtliche Veranstaltungen haben einen umfangreichen Lernwert. Nicht zuletzt deshalb, weil gemeinschaftlich Getanes in der Regel eine positive Atmosphäre erzeugt, werden außerunterrichtliche Veranstaltungen als motivationsfördernd und identitätsstiftend empfunden. Daher wird angestrebt, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler aktiv in Planung und Durchführung solcher Veranstaltungen einbezogen werden oder als Zuschauer/Zuhörer anwesend sind und sich mit konstruktiven Vorschlägen einbringen. Die Ergebnisse des Unterrichts und der Arbeitsgemeinschaften sollten, wo immer es sinnvoll erscheint, öffentlich gemacht werden.

Um Lern- und Bildungswert außerunterrichtlicher Veranstaltungen zu unterstützen, ist es erforderlich, dass diese in den Unterricht eingebunden werden oder aus dem Unterricht hervorgehen bzw. in ihm vorbereitet werden. Außerunterrichtliche Veranstaltungen können Anregungen für den Unterricht bieten oder das Ergebnis von Unterricht sein.

In den Jahrgängen 5-9 sind wöchentlich eine Verfügungsstunde und eine Sozialstunde beim Klassenlehrer und/oder dessen Stellvertreter eingerichtet. In diesen Stunden können über den Fachunterricht hinausgehende Fragen besprochen werden, z. B.: organisatorische Probleme, Projektplanungen, Fragen der Zusammenarbeit zwischen Schülern oder Lehrern und Schülern, aber auch Konfliktlösungen im Klassenrat.

In den Fächern Deutsch, Mathematik und in den Fremdsprachen werden Förderstunden angeboten; hier können die Schüler vorübergehende Lerndefizite unter Anleitung ihres Fachlehrers ausgleichen.

Auf Hausaufgaben kann auch in einer Ganztagsschule nicht verzichtet werden. Allerdings sollten sie möglichst gleichmäßig auf die Woche verteilt und unter Berücksichtigung der täglichen Anwesenheitszeit in der Schule gestellt werden. Die Herschelschule hat in den Jahrgängen 5 und 6 pro Woche eine Stunde ‚Lernzeit’ im Stundenplan aufgenommen, damit an diesen Tagen die Schüler ohne Hausaufgaben die Schule verlassen können. Eine fachkundige Hilfe gewährleistet die sinnvolle Arbeit in dieser Zeit.

An der Herschelschule werden an den Nachmittagen im wechselnden Rhythmus verschiedene Arbeitsgemeinschaften angeboten. Sie sollen den Neigungen der Schüler entsprechen.

Die Sozialpädagogin, der Sozialpädagoge und der Beratungslehrer bieten den Schülerinnen und Schülern individuelle Hilfen an, auch bei der Beratung im Fall von persönlichen Problemen. Sie stehen auch den Lehrern und Eltern zur Beratung bei Schulproblemen oder damit in Zusammenhang stehenden Erziehungsproblemen zur Verfügung. Es soll eine größtmögliche Kooperation zwischen Lehrern, Eltern und den Sozialpädagogen erreicht werden.

Ein Ausbildungslotse steht den Schülerinnen und Schülern bei Fragen zur Schullaufbahn oder dem Übergang Schule – Beruf bzw. Schule – Studium zur Verfügung.

Zum Ganztagsangebot der Schule gehört auch die Möglichkeit, in der Schule während der Mittagszeit eine warme Mahlzeit einzunehmen. Sie wird in einer Mensa angeboten und umfasst unterschiedliche Gerichte.

Die am Schulleben Beteiligten werden rechtzeitig und umfassend über alle schulischen Angebote informiert, um eine größtmögliche Mitwirkung und Mitarbeit zu erreichen. Dies leistet vor allem die Schul- CMS und innerhalb der Schule das Herschel- Forum. Im Jahrbuch wird das Schuljahr resümiert und ein Ausblick auf das kommende Schuljahr gegeben.

Organisatorische Rahmenbedingungen und Tagesablauf im Ganztagsgymnasium

Der Pflichtunterricht und der Förderunterricht finden an fünf Vormittagen und zwei bis drei Nachmittagen statt. Arbeitsgemeinschaften können ergänzend gewählt werden. Sie können sowohl unter der Leitung von Lehrern als auch Schülern, Eltern oder Sozialpädagogen stattfinden. In der Regel ist die getroffene Anwahl für ein halbes Jahr bindend.

Das Mittagessen kann in der Mittagspause zwischen 12:25 und 14:00 Uhr eingenommen werden. In den großen Pausen und nach individuellem Unterrichtsschluss können bis 15:30 Uhr die Angebote im Freizeitbereich genutzt werden. Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern stehen eine Bibliothek, ein Besprechungsraum, Computer- , Arbeits- und Ruheräume zur Verfügung.

Unterrichtszeiten:
Der Unterricht beginnt generell um 8.00 Uhr; er endet für die Klassen 5 – 10 spätestens 15.40 Uhr.