Zehn Jahre Flötentöne und mehr…

„Zehn Jahre Flötentöne und mehr…viel, viel mehr… und natürlich nicht nur hohe Flötentöne, sondern auch satte Tuba- und knarzige Baritonsaxlaute erfüllen seit 1997 Musikräume und Aula der Herschelschule.“ Mit diesem Satz begann eine Rezension, die ich in 2007, vor genau 10 Jahren, über ein Konzert in der Herschelschule schrieb. Und heute (am 07.12.2017) sind bereits 20 Jahre vergangen seit den Anfängen des „ Klassenmusizierens mit Orchesterblasinstrumenten in 7.Klassen“ (Ministerialen­deutsch!). Und was ist daraus geworden!

Die Musikklasse des 5. Jahrgangs (5M) schreibt, komponiert (mit Hilfe von Herrn Borges) ein eigenes kleines Musical, mischt die Bühne auf, rappend und ohne Scheu, fröhlich und vergnügt, als ob die „Kids“ seit Kita-Tagen nichts anderes gemacht hätten. Ein Alt-Sax-Trio der Klasse 6M spielt Williams‘ Harry-Potter-Theme wie die Alten. Beeindruckend auch das vielköpfige Orchester der 6M mit Vangelis‘ „Chariots of Fire“ unter der souveränen Leitung von Daniel Derscheid. Die Herschel Voices Youngsters (Ltg.: Johannes Gruber/Daniel Derscheid) zeigen stimmliche Qualitäten,lassen sich nicht aufhalten: „There’s Nothing Holding Me Back“. Die 8M schließlich läßt krachend den Rock’n’Roll wiederauferstehen: “ The Birth of Rock and Roll“. Nicht zu vergessen der Ausflug in die klassische Moderne : Tschaikowskys „Schwanensee“ mit den großartigen Flötistinnen aus 7M und 8M: Annika Röske, Sara Gombai, Marzena Kotzur. Höhepunkt und Abschluß des beeindruckenden Abends war der Auftritt des großen Mittelstufenorchesters, das seit Jahren unter dem Namen accento firmiert und ein ganz hohes Niveau erreicht hat, das dem des da-capo-orchestra der Oberstufe durchaus ebenbürtig ist. Die jeweiligen Dirigenten (David Borges, Ulf Hagemann, Christina Maier) schufen mit diesem gewaltigen Klangkörper ganz unterschiedliche Stimmungen und Erlebnisse. Kompliment! Bei ELLINGTONS „SATIN DOLL“ hätte man sich ein paar mehr Soli (as,cl,fl) gewünscht, die den herrlich leichten Swing dieses Titels noch mehr zum Ausdruck gebracht hätten. Die BLACK – FOREST – OUVERTÜRE von SWEENEY verlangte dem Orchester eine Menge ab in Bezug auf Tempi, Zusammenklang der einzelnen Sektionen (Blech,Holz etc.). Alles wurde souverän gemeistert. Das gleiche gilt für SWEENEYs irisches Revolutionsthema (IRISH RISING). Beide Stücke werden einfühlsam umgesetzt. Das wurde besonders bei Christina Maiers körperbetontem, energischen und ganz sensiblem Dirigat auch augenfällig. Für IRISH RISING hatte man sogar wegen des unverwechselbaren Klangs TIN WHISTLES angeschafft, die von den Flötistinnen gekonnt gespielt wurden. Ein wunderschöner Musikabend der gar nicht „Kleinen“ (Klassen 5-9).

Hervorzuheben sind an dieser Stelle auch besonders die Instrumentallehrer,die durch ihre intensive „Kleinarbeit“ die Ensembleleistungen erst ermöglichen: Antje Ueberschär (Flötenyill Höhlein (Klarinetten), Matthias Oßwald (Saxophone), Mikhail Litvak (Hörner), Martin Stegemeier, Hans Wendt (Blech), Lukasz Pamin, der selbst einmal Herschelschüler (!) war, als Schlagzeuglehrer.

Text von Klaus Umbach

Hier folgen einige Impressionen von den Weihnachtskonzerten am 7. und 14. Dezember 2017:

Fotos von Zoi Vasiliadis-Dogan und David Borges